Andorn - marrubium vulgare
Andorn-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Vorblätter werden meist ausgebildet; sie sind am Grund herabgebogen aus und krümmen sich von dort aus nach oben. Der Kelch ist schmal verkehrt kegelförmig, meist von zehn Nerven durchzogen und läuft in fünf bis zehn Kelchzähne aus.
Andorn ist ein Heilkraut, das gegen viele Krankheiten hilft. Der Andorn übt auf die Organe des Menschen eine heilsame Wirkung aus. Leider ist der Andorn aber etwas in Vergessenheit geraten.
Im antiken Ägypten benutzte man Andorn als Gegenmittel bei Vergiftungen und zur Linderung von Atemwegsbeschwerden. Später kamen noch andere Indikationen hinzu:
- Ohrenleiden
- Seitenstechen
- Menstruationsbeschwerden
- Geburtseinleitung
Die mittelalterliche Medizin empfiehlt Andorn bei
- Wunden
- Hömorrhoiden
- Magenschmerzen
- Halsschmerzen(Hildegard von Bingen)
Der Klosterabt von Reichenau schrieb im 9. Jahrhundert: "Er kann starke Beklemmung der Brust lindern, wenn man ihn als bitteren Trank zu sich nimmt." Heute ist die Wirksamkeit von Andorn bei Appetitmangel und Verdauungsstörungen wissenschaftlich anerkannt. Botanik Andorn (Marrubium vulgäre L), ein Lippenblütengewächs, war ursprünglich in Südeuropa beheimatet, später in ganz Mitteleuropa, man setzte ihn früher gegen Tuberkulose und Malaria ein.
Wir können lieben, ohne glücklich zu sein; wir können glücklich sein, ohne zu lieben; aber diese beiden so großen Genüsse zu verbinden - dazu bedarf es eines Wunders. (Balzac)
Dosierung:
Tagesdosis: 4,5 g (Tee).
Inhaltstoffe:
Bitterstoffe (bis zu 1% Marrubin), Gerbstoffe, Flavonoide, Harze, Schleimstoffe, ätherische Öle.
Heilwirkung:
Sekretionsfördernd (Speichel, Magensaft, Galle), schleimlösend, auswurffördernd, zusammenziehend, belebend, stärkend.
Anwendung Tipp:
Andorntee (2 TL Kraut mit 0,251 kochendem Wasser ansetzen, 10-15 min ziehen lassen, abseihen) wird bei Atemwegsbeschwerden, zur Verdauungsförderung und Appetitsteigerung empfohlen. Eine Trinkkur mit Andornsaft über 4 Wochen (2-6 EL täglich) wirkt sehr belebend.
Verträglichkeit:
Gegenanzeigen und Nebenwirkungen sind nicht bekannt.





