KOCHEN & BACKEN
mit Brigitte
Welcher Wein zu welchem Essen?
Wein geniessen kann man lernen!

Wer kennt das nicht? Da hat man sich gerade ein tolles Essen für eine schöne Gesellschaft ausgedacht, aber dann fehlen doch die Ideen für die passenden Weine. "Welcher Wein passt zu diesem Essen?" - Diese Frage stellt man sich des öfteren. Bei der Wahl des richtigen Weines zum Essen fühlen sich viele Menschen unsicher. Dabei gelten die starren Regeln, von denen man die eine oder andere vielleicht noch im Hinterkopf hat, schon lange nicht mehr. Heute orientiert man sich an Richtlinien, die darauf abzielen eine Harmonie zwischen Essen und Wein zu schaffen. Wer den Kontrast sucht, was übrigens auch ganz interessante Geschmackserlebnisse bescheren kann, darf die Richtlinien auch schon einmal gänzlich verändern.
Grundsätzlich wird die Kombination Wein u. Essen durch den Geschmacksgegensatz festgelegt. Das heißt, das jeder servierte Wein den Geschmack der Speisen möglichst ergänzen u. im Idealfall sogar hervorheben soll. Merke, den Wein den Du gegebenenfalls zum Kochen verwendest, kredenze bei Tisch dann auch zu der Speise auf. Daher auch zum Kochen immer guten Wein verwenden!
Ihre Brigitte
Die folgenden Richtlinien vereinfachen die Weinwahl:
Richtlinie 1: Vertrauen Sie Ihrem Geschmack!
Wer zum Essen gerne einmal ein Glas Wein trinkt, wird vielleicht seine eigenen Vorlieben schon entwickelt haben. Die Frage, ob diese Kombination richtig oder falsch ist, spielt dann gar keine Rolle mehr. An erster Stelle steht der Genuss. Wer Gäste hat, sollte sich allerdings nicht nur auf seinen eigenen Geschmack verlassen.
Zu leichten Speisen, wie sie heute vorherrschen, gehört ein "leichter" Wein. Leichte Weine liegen im Alkoholgehalt zwischen 10-12 % Vol. In diesem Bereich besitzen deutsche Weine aufgrund ihrer Klimabedingungen eine sehr günstige naturgegebene Ausgangsposition. So passt zum Beispiel zu frischem Spargel hervorragend ein trockener deutscher Riesling oder ein Chardonnay aus Norditalien. Ein gerbstoffreicher Rotwein oder ein voluminöser Weißwein würde jedes "zarte Essen" erdrücken.
Richtlinie 2: Jahreszeit beachten!
Was für bestimmte Gerichte gilt, gilt auch für Weine: Sie passen besser in eine oder andere Jahreszeit. Schwere, tanninreiche Rotweine sagen einem eher im Winter zu. Ein leichter, fruchtiger Wein gehört eher in den Sommer. Doch auch hier gilt: Es darf auch mal andersherum sein. Ein schwerer Rotwein zum sommerlichen Grillen oder ein fruchtiger Riesling zum Rosenkohl können durchaus interessant sein.
Im Allgemeinen trinkt man zum Essen trockene Weine. Sie wirken appetitanregend, schmecken neutral und unterstützen den Eigengeschmack der Speisen. Auch ein halbtrockener Riesling, zum Beispiel aus dem Rheingau, passt aufgrund seiner belebenden Säure hervorragend zu Meeresfrüchten.
Richtlinie 3: Sauer + Sauer = Sauer2
Bei Säure und Süße gibt es zwei relative einfache Grundsätze: Die Säure von Gericht und Wein multipliziert sich, die Süße zwischen Essen und Wein hebt sich auf: Eine Salatvorspeise mit einer säurebetonten Salatsoße, zu der ein Wein mit relativ viel Säure gereicht wird, hinterlässt einen übersteigert sauren Eindruck. Eine süße Nachspeise hingegen braucht schon eine Beerenauslese oder ein Eiswein. Halbtrockene Weine wirken zum Dessert zu trocken.
Liebliche Weine sind in der Regel keine geeigneten Speisenbegleiter. Aber Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Liebliche oder süße Weine steigern insbesondere den Genuss von süßen (Nach-)Speisen. Merke: Süße Weine und süße Speisen ergänzen sich, trockene Weine und süße Speisen divergieren im Geschmack.
Richtlinie 4: Scharfes Essen aromatisch-fruchtiger Wein
Gerade bei den scharfen Gerichten der asiatischen Küche ist es nicht einfach ein passenden Wein zu finden. Hier gilt: Der Schärfe von Chili und Ingwer kann nur ein aromatischer Gewürztraminer oder ein kräftiger Riesling etwas entgegensetzten. Das feine Bukett eines Gutedels würde hier "verpuffen".
Im Allgemeinen sind allzu fruchtige Weine keine guten Speisenbegleiter. Sie besitzen zu viel Eigengeschmack und können den "Essensgeschmack" stören. Sehr fruchtbetont sind zum Beispiel die Weine aus Rebsorten wie Gewürztraminer oder Semillion.
Richtlinie 5: Bei Fleisch und Wein ist fast alles möglich
Die Grundregel: Zu rotem Fleisch und Braten bitte Rotwein, zu Geflügel und Fisch bitte Weißwein, gilt heute nicht mehr uneingeschränkt. Zwar macht man bei dieser Kombination in der Regel selten etwas falsch, aber gerade hier gilt: Neue Kombinationen können ein ganz neues Geschmackserlebnis bringen. Als Grundlage für die Weinwahl zu Fleisch, Geflügel oder Fisch kann auch die Zubereitungsart herangezogen werden. Scharf angebratenes Huhn oder gegrillter Fisch verlangen eher nach den Gerbstoffen eines Rotweines, währende gekochtes Rind- oder Schweinefleisch sich sehr gut mit der Säure eines Weißweines vertragen
Die begleitende Soße bestimmt die Weinauswahl. Die Kochbuch-Regel besagt: "Gebe den gleichen Wein zum Essen, der zur Soßenherstellung verwendet wurde". Die ist grundsätzlich nicht falsch. Säurebetonte Soßen, zum Beispiel durch einen Schuss Zitronensaft verfeinert, benötigen einen säurebetonten Wein als Essensbegleiter. Mehr salzige Soßen können durch Weine mit etwas Restsüße abgemildert werden.
ELCHER WEIN BEI WIE VIEL GRAD?


