Themen:
ADERLASS
Was versteht man unter einem Aderlass?
Unter einem Aderlass versteht man das Entfernen einer bestimmten Blutmenge durch künstliche Öffnung einer Vene aus dem Körper. Dieser gewollte "Blutverlust" verbessert die Fließeigenschaften (Rheologie) und die Sauerstoffaufnahme des Blutes.
Bis ins 18. Jahrhundert wurden Patienten bei allen möglichen Beschwerden „zur Ader gelassen". Mit diesem Verfahren sollten kranke Organe entlastet oder der Körper von krankmachenden Giften befreit werden. Die moderne Medizin hat diese Methode sehr stark eingeschränkt und setzt sie nur noch in sehr seltenen Fällen ein.
Der „große” Aderlass entstaut, entgiftet und verdünnt das Blut....
- Bluthochdruck
- Gicht
- Migräne
- Polyzythämie rubra vera (zu viele rote Blutkörperchen)
Der „kleine” Aderlass wirkt eher als Reiztherapie und aktiviert den Organismus sowie seine Immunabwehr.
- Abwehrschwäche
- Migräne
- Allergien
- Krampfadern
- Hämorrhoiden
Informationen
Der medizinische Aderlass.
Beim Aderlass, das zu den Ausleitungsverfahren zählt, werden Stoffe, von denen der Körper zu viel hat, nach außen zur Entlastung des Körpers geleitet. In unserer Zivilisationsgesellschaft kommen sehr häufig Störungen, einerseits durch Eiweißüberernährung - Eiweißspeicherzustände, andererseits durch Bewegungsmangel und zu wenig Zufuhr von Flüssigkeit, die sogenannte Bluteindickung vor.
.
Diese Störungen im Bereich der Fließeigenschaften des Blutes werden sehr häufig allein durch fasten, viel trinken und durch ausreichende Bewegung verbessert; in manchen Fällen ist aber zusätzlich eine intensivere Beeinflussung durch den Arzt nötig. Somit dient die Blutentnahme therapeutischen Zwecken.
.
Einsatz findet der medizinische Aderlass kombiniert mit einer entsprechenden Infusionsbehandlung. Medizinischer Aderlass heißt die Entnahme von kleineren Mengen Venenblut (50-200ml) und eine anschließende blutverdünnende Infusion (500ml) mit sogenannten Plasmaexpandern. Die Blutentnahme geschieht meist aus einer großen Vene, die sich in der Ellbeuge befindet.
Grenzen des Aderlass.
Es gibt jedoch auch Grenzen des Aderlasses. Als Kontraindikation zählt unter anderem Blutarmut. Von einem Aderlass abzuraten sind Patienten mit niedrigem Blutdruck und geschwächte Patienten. Zwar bildet sich das Blut nach, das dem Körper entnommen wurde, doch mit einer größeren Blutentnahme kann ein Mangel an roten Blutkörperchen bestehen.
Der unblutige Aderlass...
...ist eine Methode zur Entlastung des Lungenkreislaufs. Im Gegensatz zum klassischen Aderlass, bei dem man aus dem Körper Blut fließen lässt, ist diese Methode absolut unblutig. Es wird nur ein Teil des zirkulierenden Bluts in drei der vier Extremitäten zurückgehalten. Dadurch wird zunächst die Vorlast der Herzkammern abgesenkt.
Der „unblutige Aderlass“ wird dadurch erreicht, dass Staubinden an drei der vier Extremitäten (Oberschenkel und Oberarme) so angebracht werden, dass kein Blutrückfluss erfolgen kann. Dazu werden die Blutdruckmanschetten fixiert und auf einen Druck von 30–40 mmHg aufgepumpt. Der Manschettendruck liegt damit sicher über dem Blutdruck im venösen System. Dieser beträgt etwa 12–15 mmHg in den kleineren, postkapilaren Venen, 5–6 mmHg in den großen Venen der Extremitäten.
.
Das bedeutet, dass zwar ein arterieller Zufluss in die Extremität ermöglicht aber ein venöser Rückfluss verhindert wird. Um Gewebsschäden in den partiell abgebundenen Beinen und Armen zu verhüten, wird spätestens alle 10 Min. im Wechsel eine Extremität wieder voll durchblutet. Das heißt, es sind immer abwechselnd drei der vier Extremitäten − und das dort vorhandene gestaute Blut − nicht am Blutkreislauf beteiligt. Sinnvollerweise wird mit vier abwechselnd aufgepumpten Blutdruckmanschetten nach einem festen Rotationsschema gearbeitet.
.
...siehe auch Schröpfen - ...mehr! - ...siehe auch Blutegel - ...mehr!
Adressen finden Sie oben in der Navigationsleiste - Adressen/Firmen Verzeichnis!!!







